Presse

22.09.2014

Umfrage zum Welt-RLS-Tag zeigt:

Betroffene bügeln, wenn sie nicht schlafen können

Morgen ist Welt-RLS-Tag. Von RLS, dem Restless Legs Syndrom, ist etwa jeder zehnte Deutsche betroffen.1 RLS bedeutet: starker Bewegungsdrang in den Beinen, vor allem abends und nachts, sowie Missempfindungen wie Reißen oder Stechen in den Beinen. Eine erste Zwischenauswertung einer derzeit laufenden Umfrage  unter RLS-Patienten zeigt: Besonders der Schlaf ist betroffen. So wacht die Mehrzahl der Teilnehmer bis zu 5 Mal pro Nacht auf. Was Betroffene dann tun? Vor allem eines: sich bewegen. Das kann bedeuten, dass sie durch Haus oder Wohnung laufen oder draußen spazieren gehen. Viele verbinden auch das Unangenehme mit dem Nützlichen und machen Hausarbeit. Dazu gehört neben Bügeln auch Bad oder Treppe putzen sowie Staub wischen.

An der Umfrage nahmen von RLS betroffene Mitglieder der Deutschen Restless Legs Vereinigung, RLS e.V., teil. Der Verein hat die Schirmherrschaft für die Initiative „Beine finden Ruhe“ übernommen, die von Mundipharma ins Leben gerufen wurde. Das Ziel der Initiative ist die umfassende Aufklärung über das Restless Legs Syndrom. In die erste Zwischenauswertung der Umfrage flossen die Antworten von 200 Patienten ein. 144 der 200 Patienten (72%) waren älter als 70 Jahre. Dies deckt sich mit den derzeitigen medizinischen Erkenntnissen, die besagen, dass sich mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit erhöht, am RLS zu erkranken.1,2 75% der Befragten waren Frauen, 25% Männer (166 Angaben zum Geschlecht). Dies bestätigt die Aussage, dass Frauen von RLS doppelt so häufig betroffen zu sein scheinen wie Männer.2,3

Höchstens 5 Stunden Schlaf pro Nacht
Bezeichnend für das RLS ist, dass es sich genau dann bemerkbar macht, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen möchten. Vor allem abends und nachts leiden sie unter einem erheblichen Bewegungsdrang, der sie zwingt, immer wieder aufzustehen und umherzulaufen. Oftmals wird der Bewegungsdrang begleitet von quälenden Missempfindungen in den Beinen, die ebenfalls in anderen Körperbereichen wie Arme und Hände, auftreten können. Patienten beschreiben die Gefühlsstörungen als Kribbeln, Brennen, Jucken, Stechen, Ziehen oder Reißen.4 Bei Bewegung können die Symptome in den Beinen zumindest vorübergehend nachlassen.5

In der Umfrage sind es neben Bewegungsdrang und Missempfindungen vor allem Schlafstörungen, die Betroffene als besonders belastend empfinden. 77% der Befragten wachen bis zu 5 Mal pro Nacht auf. Dabei kommt mehr als die Hälfte der Teilnehmer auf maximal 5 Stunden Schlaf pro Nacht.

Hausarbeiten zu später Stunde
Wenn die Betroffenen dann wach sind, während der Rest der Welt schläft, versuchen sie den RLS-Beschwerden mit Bewegung zu begegnen. Sie gehen spazieren, „geistern“ durch das Haus, einige legen Puzzles. Besonders häufig antworteten die Umfrageteilnehmer, dass sie Hausarbeiten machen: Manche bügeln, putzen das Bad oder wischen Staub. Andere versuchen, sich mit Häkeln oder Stricken abzulenken.

Für Menschen mit RLS ist es nahezu unmöglich, sich zu entspannen, in einen erholsamen Schlaf zu finden und über mehrere Stunden durchzuschlafen. Oft sind schwere Schlafstörungen der eigentliche Grund dafür, dass sie einen Arzt aufsuchen.6 RLS ist die Erkrankung, die den größten chronischen Schlafverlust mit sich bringt. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen2, Leistungsmangel am Arbeitsplatz und Erschöpfungszustände.7 Betroffene sind oft schlapp und gereizt, müssen wegen der Müdigkeit Einladungen kurzfristig absagen. Manchmal führen die Schlafprobleme der Betroffenen auch zu Schlafstörungen der Partner. Insgesamt können die RLS-Beschwerden das Familienleben und die sozialen Beziehungen erheblich einschränken.

Initiative „Beine finden Ruhe“ klärt über RLS auf
Verständnis für Betroffene zu fördern ist ein zentrales Ziel der Initiative „Beine finden Ruhe“. Wichtig dabei: Wissen vermitteln. Auf der Website www.beine-finden-ruhe.de erhalten Interessierte Informationen zu Erkrankung, Diagnose, medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungsmöglichkeiten sowie Kontaktadressen zur individuellen Beratung. Ein RLS-Quiz bietet die Möglichkeit, das eigene Wissen rund um die Erkrankung zu überprüfen. Mit Hilfe eines RLS-Selbsttests können die Besucher der Webseite herausfinden, ob auch sie eventuell vom RLS betroffen sein könnten. Auch die Patientenbroschüre, in der die wichtigsten Informationen zum RLS kompakt aufbereitet sind und die eine Übersicht wertvoller Links enthält, kann bestellt oder direkt heruntergeladen werden. Darüber hinaus stehen im Download-Bereich der Webseite weitere Service-Materialien wie Medikamentenbescheinigungen als PDF-Datei zur Verfügung.

Quellen:
1.Trenkwalder C. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG; 2012.
2. Allen R.P. et al. 2005: Arch Intern Med 165:1286-1292
3. Berger K. 2004: Arch Intern Med 164:196-202
4. Chang C.L. et al. 2010: Medicine Today 11:40-48
5. Trenkwalder C. et al. 2005: Lancet Neurol 4:465-475
6. Clarenbach P. Benes H. 2006: UNI-MED 2:34
7. Benes H. 2011: Thieme Praxis Report 3:1-36

Über das Restless Legs Syndrom
RLS gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Studien zufolge leiden bis zu zehn Prozent der Bevölkerung daran. In Deutschland sind ca. acht Millionen Menschen betroffen, davon rund drei Millionen so schwer, dass sie behandelt werden müssen. Frauen erkranken häufiger an RLS als Männer, bei älteren Menschen ist RLS weiter verbreitet als bei jüngeren. Während manche RLS-Patienten lediglich hin und wieder das Bedürfnis haben, sich abends noch einmal zu bewegen, bestimmt bei anderen die Erkrankung den Alltag. Die Ursachen für das sogenannte primäre RLS sind nicht bekannt, Mediziner gehen jedoch davon aus, dass es genetisch veranlagt ist. Vermutlich spielt der körpereigene Botenstoff Dopamin eine Rolle bei der Entstehung des RLS. Dieser Botenstoff überträgt Signale zwischen Nervenzellen im Gehirn und ist unter anderem an der Bewegungssteuerung beteiligt. Beim sekundären RLS können die unruhigen Beine die Folge einer anderen Grunderkrankung sein, wie z. B. Eisenmangel, einer Nierenfunktionsstörung oder einer neurologischen Erkrankung. Auch in der Schwangerschaft können vorübergehend unruhige Beine auftreten. Zudem können manche Medikamente das RLS auslösen oder verstärken. In diesen Fällen kann es bereits helfen, die Grunderkrankung zu behandeln oder gegebenenfalls das Medikament zu wechseln.

Über Mundipharma
Mundipharma ist eines der führenden mittelständischen Pharmaunternehmen in Deutschland. Dabei versteht sich das forschende Unternehmen nicht nur als Arzneimittelhersteller, sondern als moderner Dienstleister, der hochwirksame Arzneimittel mit größtmöglicher Verträglichkeit entwickelt und mit zahlreichen Innovationen die Therapie für Arzt und Patient wesentlich erleichtert und verbessert. Das Unternehmen engagiert sich im Bereich RLS und hat das Ziel, dass Patienten über ihre Erkrankung aufgeklärt sind und ihre Behandlungsmöglichkeiten bei jeder Beschwerdeintensität kennen. Mundipharma hat sich sehr erfolgreich auf die Schmerztherapie spezialisiert und verfügt in den Bereichen Onkologie, Atemwege und Rheumatologie über weitere Kompetenzfelder.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.mundipharma.de

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