Tipps für Ihre Reise

Erholung pur!

Wie Sie mit RLS im Urlaub entspannen

Endlich in die Ferien! Am Strand spazieren, neue Länder entdecken, in andere Kulturen eintauchen: In den Urlaub zu fahren ist für viele Menschen das Highlight des Jahres. Sie freuen sich auf den Abstand von Stress und Alltagseinerlei.

Wenn Sie unter dem Restless Legs Syndrom leiden, beschäftigen Sie möglicherweise diese drängenden Fragen, wenn es um das Thema Urlaub geht: Was, wenn ich im Auto oder Flugzeug sitze und diesen ständigen Bewegungsdrang in den Beinen spüre? Könnten sich die RLS-Beschwerden aufgrund von Zeitverschiebung oder Klimaveränderung  verschlimmern oder wieder auftreten, obwohl diese mit Medikamenten eigentlich gut behandelt sind? Wie kann mein Partner, der die Erholung dringend braucht, insbesondere mit meinen nächtlichen Beschwerden umgehen?

Ihr behandelnder Arzt ist ein wichtiger Ansprechpartner

Damit die Reise für Sie als RLS-Patient und für Ihre Angehörigen erholsam wird, ist es wichtig, dass Sie sich gut vorbereiten. Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre Reisepläne und Ihre aktuelle Gesundheitssituation. Entspanntes Reisen ist auch für Menschen mit RLS möglich, wenn die Beschwerden richtig behandelt werden. Damit Sie Ihrem Arzt ihre Situation gut aufzeigen können und im Gespräch nichts vergessen, führen Sie möglichst durchgängig ein Beschwerdetagebuch und nehmen es mit in die Sprechstunde.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob gegebenenfalls eine Anpassung der Medikation notwendig ist. Darüber hinaus kann er Sie auch beraten, wie Sie am besten mit Ihren Medikamenten umgehen oder wie Sie sich verhalten können, wenn am Urlaubsort zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Dies kann etwa bei einer Fernreise mit Zeitverschiebung, Hitze oder bei schwierigen hygienischen Bedingungen im Reiseland relevant sein.

Achten Sie auch im Urlaub auf regelmäßige Bewegung und Schlafhygiene

Gestalten Sie die Anreise so angenehm wie möglich. Planen Sie bei längeren Autofahrten mehrere Pausen ein, damit Sie sich die Beine vertreten können. Auch auf Bahn- und Flugreisen können Sie immer mal wieder aufstehen, um sich zu bewegen.

Insgesamt gilt im Urlaub, was auch zu Hause empfohlen ist: Regelmäßige leichte körperliche Bewegung kann die Symptome des RLS verbessern. Probieren Sie doch mal etwas Neues aus. Vielleicht macht Ihnen Nordic Walking ja großen Spaß. Oder Sie spielen mal eine Partie Golf. Überanstrengen Sie sich jedoch nicht, das könnte die RLS-Beschwerden verstärken. Meist gibt es in Hotelzimmern ein TV-Gerät. Tun Sie sich etwas Gutes, in dem Sie mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafen auf Fernsehen verzichten. Gehen Sie stattdessen lieber mit Ihrem Partner oder Ihren Kindern noch eine kleine Runde spazieren.

Achten Sie in Ihrem Urlaub auch auf eine gute Schlafhygiene. Dazu gehört z. B. ein dunkler Raum mit einer Raumtemperatur von 15 bis 16 Grad. Auch die richtige Ernährung kann Ihnen helfen: Lassen Sie sich lieber alkoholfreie Cocktails schmecken und greifen Sie zu koffeinfreiem Kaffee.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin bzw. Ihrer Familie über eventuelle Sorgen. Jetzt im Urlaub verbringen Sie vermutlich mehr Zeit zusammen als im Alltag. Vielleicht befürchten Sie, dass Ihr persönliches Umfeld nun größere Probleme hat, mit Ihrer Erkrankung umzugehen. Das muss nicht sein, wenn Sie offen miteinander reden.

Über diese Empfehlungen hinaus kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld des Urlaubs mit anderen RLS-Patienten auszutauschen. In den Selbsthilfegruppen der Restless Legs Vereinigung RLS e.V. erhalten Sie oftmals wertvolle Tipps.

Reisen mit Opioiden: Nutzen Sie unseren Service

Wenn Sie mit einem Opioid behandelt werden, sollten Sie auf Reisen eine "Bescheinigung über das Mitführen von Betäubungsmitteln" mit sich führen. Diese Bescheinigung stellt Ihnen Ihr behandelnder Arzt aus und muss von der für Sie zuständigen Gesundheitsbehörde beglaubigt werden. Die Bescheinigung ist rechtsverbindlich in allen Staaten, die dem Schengener Abkommen angehören, wird jedoch auch in vielen anderen Ländern anerkannt.

Die Bescheinigung steht auf der Webseite des BfArM, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zum Download bereit.

Außerdem empfiehlt es sich, einen Opioid-Ausweis mitzuführen, der darüber informiert, dass Sie Opioide benötigen und in welcher Dosierung sie verabreicht werden müssen. Diesen Opioid-Ausweis können Sie hier herunterladen.

Bei Reisen in andere Länder kann es notwendig sein, sich um eine Genehmigung der jeweiligen Botschaft für das Mitführen Opioid-haltiger Medikamente zu kümmern. Ihr Arzt wird Sie sicherlich zu diesem Thema gerne beraten. Zusätzliche Informationen und entsprechende Ansprechpartner finden Sie auf den Internetseiten des BfArM und des Auswärtigen Amts.

Mit ein wenig Vorbereitung steht einem erholsamen Urlaub nichts im Weg. Die Initiative „Beine finden Ruhe“ wünscht Ihnen eine schöne Zeit!

Hilfreiche Reise-Tipps für RLS-Patienten:

  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Urlaubsplanung.
  • Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt über Ihr Reiseziel.
  • Überprüfen Sie, inwieweit sich die RLS-Symptome unter Ihrer aktuellen Therapie in letzter Zeit verändert haben. Sind die Symptome stärker geworden oder vertragen Sie das Medikament nicht mehr so gut, besprechen Sie das rechtzeitig vor dem Urlaub mit Ihrem Arzt.
  • Nehmen Sie für die Dauer des Urlaubs ausreichend Medikation mit. Nicht in allen Ländern sind die Medikamente, z. B. Opioide, verfügbar.
  • Wenn Sie ein Opioid nehmen, denken Sie an die notwendigen Papiere.
  • Beachten Sie auch im Urlaub einfache Tipps zu Bewegung, Schlafhygiene und Ernährung, damit Sie den Urlaub in vollen Zügen genießen können.
  • Tauschen Sie sich im Vorfeld mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfegruppe aus. Dort erhalten Sie sicherlich weitere wertvolle Tipps.
  • Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie an Ihrem Urlaubsort Schönes unternehmen möchten. Denn: Vorfreude ist die schönste Freude und ein gutes Mittel gegen Sorgen.
Typische Symptome beim RLS

Kribbeln in den Beinen und ein zwanghafter Bewegungsdrang sind nur zwei der häufigsten Symptome des RLS.

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Alternative Behandlungsmethoden

Nicht immer kommen (nur) Medikamente in Frage. Was Ihnen sonst noch helfen kann!

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