Medikamenteneinnahme

Tipps für die Medikamenteneinnahme beim Restless Legs Syndrom

Die Symptome des Restless Legs Syndrom (RLS)  sind mit Medikamenten gut behandelbar. Die Beine kommen zur Ruhe, Betroffene können besser schlafen und wieder aktiver am sozialen Leben teilnehmen. Viele Patienten scheuen sich aber zunächst vor einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme und versuchen die Beschwerden, die sie gleichzeitig so stark belasten, lieber zu ertragen. „Meiner Erfahrung nach sind die Restless Legs Patienten sehr zurückhaltend mit Medikamenten. Sie probieren, so wenig wie möglich einzunehmen oder die Dosis eines Medikaments nicht zu erhöhen. Häufig merken sie aber, dass es ohne eine medikamentöse Behandlung bei schweren Symptomen nicht geht“, erläutert die Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, Prof. Dr. Magdolna Hornyak. Wenn Betroffene mit der regelmäßigen Einnahme eines Medikaments beginnen, gibt es verschiedene Punkte, die beachtet werden sollten.

Zu allererst ist es wichtig, dass Sie sich an die Einnahmevorgabe ihres Arztes halten. Unabhängig davon, welches Medikament Sie verordnet bekommen haben: Nehmen Sie es nur zu den Zeiten und in der Dosierung, die Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat. Hierbei wird er auch berücksichtigt haben, ob und welche anderen Medikamente Sie einnehmen. Lesen Sie zudem aufmerksam den Beipackzettel und bewahren Sie diesen auf. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt Fragen zur Einnahme haben, scheuen Sie sich nicht, in Ihrer Arztpraxis anzurufen und nachzufragen.

Nutzen Sie Hilfsmittel wie eine Pillen-Box

Ist eine tägliche Routine bei der Einnahme wichtig, wie  z. B. bei der Therapie mit Opioiden, können verschiedene Hilfsmittel Sie dabei unterstützen. So können Sie Ihre tägliche Medikamenten-Ration vorab für die gesamte Woche zusammenstellen und in einer entsprechenden Pillen-Box an einem bestimmten Ort, z. B. in der Küche, bereitstellen. Hilfreich kann auch sein, dass Sie sich von Ihrem Mobiltelefon an die Einnahme erinnern lassen oder einen Wecker stellen.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich jedes Mal zu notieren, dass und zu welcher Uhrzeit Sie das Medikament eingenommen haben. So können Sie besser nachvollziehen, ob Sie das Arzneimittel noch einnehmen müssen oder eben nicht. Wenn Sie dopaminerge Medikamente nach Bedarf nehmen –  also dann, wenn die Beschwerden in den Beinen abends beginnen –  macht es umso mehr Sinn, die Einnahme in einem Buch oder Kalender zu notieren. Vermerken Sie dort auch die Dosierung und den Zeitpunkt der Einnahme und ob es Ihnen anschließend besser ging. So sehen Sie im Zeitverlauf, wie gut Ihnen Ihre Behandlung hilft. Nehmen Sie diese Informationen mit zu Ihren Arztterminen. Auch Ihr Arzt kann den Behandlungserfolg  dann besser beurteilen.

Für den Therapieerfolg zählt auch der Einnahme-Zeitpunkt

Einige Medikamente sollten zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, andere dagegen gerade nicht. So ist es z. B. bei  einem dopaminergen Medikament, dem Levodopa, wichtig, dieses zwischen zwei Mahlzeiten, also mindestens eine halbe Stunde vor dem Essen und mindestens eine halbe Stunde nach dem Essen einzunehmen. Der Grund dafür ist, dass ansonsten das Eiweiß aus der Nahrung die Aufnahme des Wirkstoffes vermindern könnte. Retardierte Opioide können hingegen ruhig zu den Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Hier ist vor allem die regelmäßige Einnahme besonders wichtig für den Therapieerfolg.

Wenn Sie Nebenwirkungen Ihrer RLS-Medikation feststellen, machen Sie sich auch hierzu Notizen: Welche Wirkung bemerken Sie zu welchem Zeitpunkt? „Es gibt Nebenwirkungen, die zu Beginn einer neuen medikamentösen Therapie auftreten und die sich erfahrungsgemäß wieder bessern“, erklärt Prof. Hornyak. „Andere dagegen werden mit der Zeit nicht besser.“ In dem Fall sollten Sie gemeinsam mit dem Arzt besprechen, ob Ihre medikamentöse Behandlung  angepasst werden muss. Außerdem empfiehlt Prof. Hornyak:  „Wenn Patienten das Gefühl haben, dass ihr Medikament nicht mehr gut genug gegen die typischen RLS-Symptome wirkt, sollten sie sich auf jeden Fall an ihren Arzt wenden“.

Hier geht's zum Interview mit Prof. Magdolna Hornyak »

Hilfreiche Tipps:

  • Halten Sie die Vorgaben Ihres Arztes bezüglich der Medikamenten-Dosierung und der Einnahmeintervalle ein.
  • Wenn Ihre Beschwerden nicht nachlassen, stärker werden oder wenn Nebenwirkungen auftreten, vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt.
  • Lesen Sie zusätzlich zum Arztgespräch den Beipackzettel durch und bewahren Sie diesen auf.
  • Wenn Sie Fragen zur richtigen Medikamenteneinnahme (Zeitpunkt o. Ä.) haben, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis.
  • Lagern Sie Ihre Medikamente kühl und trocken, z. B. in Ihrem Schlafzimmer.
Experteninterview

Interview mit Prof. Dr. Magdolna Hornyak, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, Spezielle Schmerztherapie, zum Thema Medikamenteneinnahme beim RLS

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